Jod – der Mangelversorgung entgegenwirken

Jod ist ein wichtiges Spurenelement, welches für die menschliche Schilddrüse eine zentrale Bedeutung hat. Auch im Laufe einer Schwangerschaft spielt der Nährstoff eine essentielle Rolle. Auf was Frauen daher achten müssen und wieso sich eine ausreichende Versorgung mit Jod manchmal als schwierig herausstellt, lesen Sie im Folgenden.

Welche Aufgabe übernimmt Jod im Körper?

Wie bereits erwähnt, ist Jod bedeutsam für unsere Schilddrüse. Etwa 80 Prozent des aufgenommenen Jods setzt der menschliche Körper für die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 ein. Diese Schilddrüsenhormone übernehmen wichtige Aufgaben: Sie regulieren unseren Stoffwechsel und die Körpertemperatur. Des Weiteren haben Schilddrüsenhormone einen großen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit und die Psyche.

Warum ist in Deutschland die Jodversorgung vieler Menschen nicht ausreichend?

Deutschland gehört, wie zahlreiche andere mitteleuropäische Länder auch, zum sogenannten Jodmangelgebiet. Das bedeutet, dass im Boden kaum noch natürliches Jod zu finden ist. Dementsprechend gering ist die Konzentration des Spurenelements in den Nahrungsmitteln, die auf diesen Böden wachsen. Die schlechte Jodversorgung führt bei einem Teil der Bevölkerung zu Schilddrüsenerkrankungen. Die bekannteste ist die Struma. Hierbei vergrößert sich die Schilddrüse merklich, was im Extremfall Schluckbeschwerden und ein Engegefühl im Hals zur Folge hat. Ebenso kann durch zu wenig Jod eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. Menschen, die darunter leiden, fühlen sich schlapp und antriebslos. Viele neigen auch zu Übergewicht.

Wie hoch ist der Bedarf an Jod?

Ein Erwachsener Mensch hat in der Regel einen Jodbedarf von etwa 200 µg pro Tag. Für ältere Menschen ist etwas weniger von dem Nährstoff ausreichend (180 µg). Auch Kinder benötigen eine geringere Menge, je nach Alter zwischen 40 und 180 µg. Schwangere haben dagegen einen erhöhten Bedarf (230 µg). Entscheidet sich die Frau nach der Geburt des Kindes für das Stillen, steigt der Bedarf nochmal um 30 µg auf 260 µg täglich an.

Welche Folgen kann ein Mangel an Jod in der Schwangerschaft haben?

Der Hauptgrund für den erhöhten Bedarf an Jod in der Schwangerschaft ist einfach zu erklären. Es werden nämlich gleich zwei Schilddrüsen mit dem Spurenelement versorgt: die der Mutter, aber auch die Schilddrüse des Kindes. Da die Plazenta im dritten Schwangerschaftsmonat nicht mehr durchlässig ist für die Schilddrüsenhormone der Mutter, muss die kindliche Schilddrüse selbst die lebensnotwendigen Hormone produzieren. Dies passiert zwischen der zehnten und zwölften Schwangerschaftswoche. Die Hormone sind äußerst wichtig für das Wachstum des Embryos, sowie für die Bildung des zentralen Nervensystem und des Gehirns. Für das heranwachsende Kind kann daher ein Mangel an Jod schwerwiegende Auswirkungen haben:

  • Die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt/Fehlgeburt ist erhöht.
  • Das Wachstum und die Knochenreifung verlaufen langsamer.
  • Die Lungenreifung ist verzögert.
  • Gehirn und zentrales Nervensystem entwickeln sich nicht richtig (mögliche Minderung der Intelligenz und der Merkfähigkeit).
  • Eine Struma oder Schilddrüsenunterfunktion können sich bilden.

Wie kann ich sicherstellen, dass ich genügend Jod aufnehme?

Um eine gute Versorgung mit dem Spurenelement zu gewährleisten, sollten Schwangere jodhaltige Lebensmittel verzehren. Dazu zählen Seefisch und Meeresfrüchte sowie Milch und Milchprodukte. Des Weiteren sollten Schwangere mit jodiertem Speisesalz kochen. Zudem gibt es Lebensmittel, wie Brot oder Wurst, bei deren Herstellung jodiertes Speisesalz eingesetzt wird. Über diese Lebensmittel nehmen wir im Durchschnitt jedoch nur etwa 120 µg Jod pro Tag auf. Daher empfiehlt das DGE zusätzliche 100 µg (stillende Mütter sogar 150 µg) über Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren. Diese Supplementierung sollte spätestens ab der zwölften Schwangerschaftswoche beginnen.

Kann ich zu viel Jod zu mir nehmen?

Tatsächlich kann eine erhöhte Aufnahme von Jod negative Folgen in Form einer Schilddrüsenüberfunktion haben. Diese führt unter anderem zu Gewichtsverlust, Schlafstörungen und hohem Blutdruck. Laut Öko-Test sollten Schwangere daher keine überdosierten Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Eine Hartkapsel femmoal plus enthält exakt die vom DGE empfohlene Menge von 100 µg.